Interview mit Autor und Schriftsteller Björn auf Bücher zu seinem neuen Roman – Paprika Esser Spähzünder

Das Interview führte die Journalistin Annika Breuer (AB) am 13. Mai 2021, genehmigt zur freien Verwendung, auch auszugsweise.

AB: Guten Morgen Björn, zuerst einmal vielen Dank, dass du dir trotz Feiertag etwas Zeit für mich genommen hast.

BaB: Extra ein Feiertag zur Veröffentlichung meines neuen Buches, ich fühle mich geehrt.

AB: Ehre wem Ehre gebürt. Wie fühlst du dich, jetzt nach Veröffentlichung des zweiten Paprika Esser Romans?

BaB: Ich freue mich. Einerseits, weil ich schon das Feedback bekommen habe, es sei der beste Roman bisher, andererseits, ist diese Geschichte zu erzählen ein ganz persönliches Bedürfnis.

AB: Möchtest du mir sagen, warum?

BaB: Warum es ein Bedürfnis ist? Die Story basiert auf einer wahren Geschichte. Und sie zeigt das wahre Gesicht dieses Unrechtsstaates, was bei vielen Menschen in Vergessenheit geriet, falls es jemals präsent war. Die Verharmlosung der Diktatur der DDR geht mir persönlich gegen den Strich.

AB: Hast du auch eigene Erfahrungen damit?

BaB: Habe ich, in der Tat. Bei weitem nicht so intensiv wie die Figur Thomas in dem Buch. Aber auch darüber werde ich bei anderer Gelegenheit berichten.

AB: Ich durfte schon vor zwei Wochen das Buch lesen und ich muss sagen, es hat mich sehr berührt. Wie hast du dich beim Schreiben gefühlt?

BaB: Eine interessante Frage (denkt nach). Ich glaube, viele kleine Randnotizen sind entstanden, weil die Tragik der Geschichte manchmal eine Abwechslung brauchte. Weil es manchmal nicht auszuhalten war, weil die Gefühle und Emotionen so stark waren, dass ein Moment der Ablenkung einfach sein musste.

AB: Jetzt bin ich persönlich zu jung, die DDR hautnah erlebt zu haben, aber ich muss zugeben, das Buch hat meinen Blick verändert. 

BaB: Das war die Absicht.

AB: Möchtest du Leser damit schockieren?

BaB: Nicht unbedingt. Aber manchmal ist es nötig, um Bilder gerade zu rücken. Das englische ’shock and awe‘ passt ganz gut. Wachrütteln, Bewusstsein schärfen, darum gehts.

AB: Bei mir hat es funktioniert. Ich höre aber auch heraus, dass die DDR in deinen Augen verharmlost wird?

BaB: Absolut. Ich erinnere mich an zwei junge Männer, die in der Nachbarwohnung in Hamburg DDR Kampflieder hörten, mir wurde kotzübel dabei.

AB: Hast du mit ihnen darüber gesprochen?

BaB: Nein, ich schicke ihnen das Buch.

AB: Als ich den Titel des Buches zum ersten mal hörte, wurde ich stutzig, Spähzünder. Sofort hatte ich ein Bild im Kopf, jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, das Buch füllt den Titel komplett aus. Wie kommst du auf solche Titel Ideen?

BaB: Vielen Dank. Das ist im Grunde ganz einfach. Oft habe ich Titel, interessante Worte oder Wortkombinationen im Kopf und schreibe sie mir auf. Manchmal wächst das Buch dann auch in den Titel hinein.

AB: Du hast auf deiner Website einige Titel schon genannt. Aber noch keinen neuen Paprika Esser Titel. Wie geht es da weiter?

BaB: In der nächsten Zeit schreibe ich erst einmal an anderen Titeln, also keine Paprika Esser Bücher. Aber auch da wird es noch das ein oder andere geben. Ideen sind genug in der Pipeline.

AB: Andere Titel, möchtest du dazu etwas sagen?

BaB: Es gibt ja Bücher, an denen ich schon eine Weile sitze. Es scheint jetzt Bewegung in eine Sache zu kommen, es wird also schon bald was Neues geben. 

AB: Das klingt geheimnisvoll.

BaB: Ist es gar nicht. Ich gehe davon aus, dass Todalschaden als nächstes Buch veröffentlicht wird. Das muss mal abgeschlossen werden, in jeglicher Hinsicht. Die Kinderbücher sind auch weit, allerdings fehlt es an wirklich guten, passenden Illustratoren.

AB: Ich würde gern noch bei Paprika Esser bleiben. Die Person dahinter, du sagtest ja früher mal, auch sie basiere auf einer persönlichen Begegnung.

BaB: In der Tat. Ich habe sie kontaktiert, als Leidplanken erschien, das Buch, in dem sie das erste Mal auf meine Bühne tritt. Die Nachricht hat sie bekommen, aber sie hat nicht geantwortet.

AB: Macht dich das traurig, gerade weil du ihr so viel Aufmerksamkeit und Berühmtheit schenkst?

BaB: Ach weisst du, Menschen kommen und gehen. Was einmal faszinierte, fasziniert in der Gegenwart und Zukunft vielleicht nicht mehr. Ich habe das abgehakt, die Liebe zu meiner Romanfigur ist bedingungslos und unabhängig.

AB: Sehr großzügig.

BaB: Ich glaube es gibt keine andere Chance. Ohne Loslassen kein Festhalten der wichtigen Dinge und Personen.

AB: Darauf wollte ich auch noch zu sprechen kommen. Paprika Esser Inkognitod hast du einer Pia gewidmet, in Leidplanken erwähnst du sie und ich vermute auch im neuesten Paprika Esser Spähzünder Roman sprichst du von ihr, von deiner Gefährtin. 

BaB: Gut aufgepasst. Pia, vielleicht heißt sie so, vielleicht nicht, ist zur wichtigsten Person in meinem Leben geworden. Ich verdanke ihr viel mehr, als selbst ein Schriftsteller wie ich in Worte packen kann. Ohne sie – ich möchte gar nicht daran denken. 

AB: Das klingt schön. Schreibt sie auch?

BaB: Ich wünschte, sie würde es tun. Ich würde wahnsinnig gern etwas von ihr lesen. Ihre Weitsicht, ihre Klarheit und ihre ausgleichende Persönlichkeit bewundere ich sehr. Und ihren trockenen Humor. 

AB: Noch einmal zurück zu Paprika Esser. Ich weiß, du schreibst an anderen Themen gerade, aber gibt es einen Ausblick, wie es weitergeht?

BaB: Nun, im Buch gibt es ja Hinweise darüber, wie es mit ihr und ihrer Entwicklung weitergehen wird, was wir heute nicht verraten wollen. Insofern ja, die Weichen sind gestellt. Aber ich werde wohl etwas abweichen von ursprünglichen Ideen, vielleicht etwas weiter weg von den Mysterien, über die ich schon mal sprach, hin zu mehr gesellschaftlichen Themen und Fragen, die uns alle beschäftigen. Vielleicht auch Politik, ein von Paprika verhasstes Thema. Aber vielleicht auch Alltägliches, für jeden greifbar. Wir werden sehen.

AB: Politik, wie erlebst du die deutsche Politik im Zusammenhang mit der Pandemie? 

BaB: Sehr aus der Ferne. Das meine ich weniger geografisch, als es klingen mag. Die deutsche Politik ist völlig weltfremd, das wird Ende September bestätigt werden, davon bin ich überzeugt. Ich schaue mit Entsetzen auf diese Komiker, wenn das alles nicht so traurig wäre, könnte man eine Satire draus machen. Aus gegebenem Anlass sollten wir das allerdings lassen. Aber ich habe mich in dem Buch zu genüge, wenn auch am Rande, dazu ausgelassen.

AB: Da hast du mit Sicherheit vielen aus der Seele gesprochen. Was hältst du von Spahn, Laschet & Co, ganz persönlich?

BaB: Ich bin nicht hier, um Politik zu machen. Das können andere besser, sollte man meinen. Aber da du gefragt hast, ich halte von ihnen nichts. Das entspricht im Übrigen auch dem, was sie Sinnvolles unternehmen: nichts.

AB: Was wäre deiner Meinung nach die Lösung?

BaB: Helmut Schmidt.

AB: Der wird wieder und wieder in deinen Büchern erwähnt. Bist du auch so ein großer Fan von ihm, wie Paprika?

BaB: Die Übergänge sind fließend, in jeglicher Hinsicht.

AB: Wie geht es Pauline? 

BaB: (lacht) Gut, sie spielt viel mit Shadow und ihrer kleinen Schwester Jette, sie sind ein Herz und eine Seele. 

AB: Sie beeindruckt mich ehrlicherweise sehr, so schlau, so mutig, so weitsichtig. 

BaB: Mich auch, jeden Tag. 

AB: So viel darf ich verraten glaube ich, in Paprika Esser Spähzünder hat sie ihr eigenes Buch dabei, schleppt es überall hin und lässt sich vorlesen daraus. Hat sie wirklich schon in Händen?

BaB: (lacht) Natürlich. Wenn auch eine Vorabversion mit selbstgemalten Bildchen. 

AB: Gemalt von dir?

BaB: Bewahre. Von Pia, oder wie auch immer sie heißen mag.

AB: Ich bin gespannt. Danke, dass du dir Zeit genommen hast!

BaB: Natürlich. Vielen Dank dir!

Autor

BJÖRN AUF BÜCHER

Anzahl Seiten

346

Erstveröffentlichung

13. Mai 2021

ISBN (Taschenbuch)

9798712694846

ISBN (Gebundene Ausgabe)

9798780714064

Bisherige Veröffentlichungen

Mit Paprika Esser Inkognitod veröffentliche BJÖRN AUF BÜCHER seinen ersten Roman. Die Geschichte der Journalistin Paprika Esser in China, auf Spurensuche nach den Hintergründen des weltweiten Stillstands. Paprika Esser Spähzünder ist der zweite Teil der Paprika Esser Reihe. Die Journalistin Paprika Esser sucht nach der wahren Identität eines Mannes, dabei stößt sie an Mauern und gerät ins Kreuzfeuer ehemaliger Stasi-Offiziere. In seinem eigentlich allerersten Roman, Leidplanken, den er bereits 2011 schrieb, werden drei Geschichten von Menschen erzählt, die sich immer wieder fragen, wie anders ihr Leben hätte verlaufen können. Bis sie ankommen, wohin das Schicksal sie geführt hat. Todalschaden  basiert auf wahren Erlebnissen, erzählt wird eine Beziehungsgeschichte zu einer narzisstischen Frau. Traumberuf Unternehmensberater ist eine satirische Sachbuchberufsbiografie, auch Björn auf Bücher hatte ein Leben vor dem Schriftstellerdasein.

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